Killerspiele. Ein mächtiges, fast schon magisches Wort. Damit sind all jene Video- und Computerspiele gemeint, die vornehmlich junge, beeinflussbare Menschen dazu bringen einen Amoklauf zu starten. So ist die weitläufige Meinung, die größtenteils in den deutschen Medien vertreten wird. Vor kurzem haben die Innenminister der 16 deutschen Bundesländer ein Verbreitungs- und Herstellungsverbot beschlossen “für Spiele, bei denen ein wesentlicher Bestandteil der Spielhandlung die virtuelle Ausübung von wirklichkeitsnah dargestellten Tötungshandlungen oder anderen grausamen oder sonst unmenschlichen Gewalttätigkeiten gegen Menschen oder menschenähnliche Wesen ist”. Wenn es nach den Innenministern geht soll das Verbot noch vor der nächsten Bundestagswahl im Bundestag durchgebracht werden. Mehr dazu kann hier nachgelesen werden.
Als langjähriger Spieler digitaler Medien, der bisher (noch) nicht als Amokläufer aktiv war, hat man da (natürlich!) eine ganz andere Meinung. Aber: es geht hier nicht darum die langjährige Diskussion auf die Seite der Spieler zu ziehen. Vielmehr gab es vor kurzem einen Moment, bei dem sich der Autor dann mit der Frage konfrontiert sah, ob Computer- und Videospiele nicht schlicht und ergreifend wirklich (unnötig?) brutal geworden sind.
Auf der diesjährigen E3-Messe, der Electronic Entertainment Expo, quasi dem Mekka für Video- und Computerspieler hat Sony für ihre Konsole Playstation3 das Spiel „God of War 3“ vorgestellt. Wohl wissend, dass die gleich folgende Szene bei YouTube für eventuelle Probleme sorgen könnte, hat man bei der Präsentation auch darauf verzichtet diese zu zeigen.
Ab 1:45 wird es „interessant“.
Hier sieht man, wie der „God of War“ Kratos einem anderen Gott den Kopf abreißt, indem man die richtigen Tasten drückt. Mit den heutigen technischen Möglichkeiten sieht das ganze auch noch relativ realistisch aus.
Im Allgemeinen wird man wohl in den nächsten Jahren mehr und mehr sich mit der Tatsache auseinandersetzen müssen, dass Videospiele eben nicht einfach nur ein Kinderspielzeug sind, sondern durchaus einen für junge Menschen nicht geeigneten Inhalt haben können. Aber ob Verbote da das richtige Mittel sind um dagegen vorzugehen, bleibt fraglich.